Sachsen-Anhalt – Brüssel – Straßburg: Dieser Dreiklang prägt meinen Alltag als Europaabgeordnete. In 42 Sitzungswochen jährlich reise ich nach Brüssel und Straßburg, um die Interessen Sachsen-Anhalts auf europäischer Ebene zu vertreten. In den übrigen Wochen sowie am Wochenende bin ich im Wahlkreis unterwegs, im Austausch mit Bürgerinnen und Bürgern, Unternehmen und Vereinen.
Auch die zahlreichen Gespräche mit Unternehmerinnen und Unternehmern sowie mit Landwirtinnen und Landwirten in meinem Wahlkreis zeigen immer wieder, wie wichtig der direkte Austausch für eine lebendige Demokratie ist. So vielfältig wie unser Bundesland sind meine Besuche: Bei der Milchagrargenossenschaft Heideland e.G. in Kemberg zum Beispiel stand der Dialog über aktuelle Herausforderungen der Landwirtschaft im Vordergrund. Wir diskutierten unter anderem über Tierwohl, wirtschaftliche Rahmenbedingungen sowie die Folgen der Energiepreise.
Ebenso informativ war der Termin beim Bundesforstbetrieb Nördliches Sachsen-Anhalt in Dolle unter Leitung von Rainer Aumann. Der Betrieb ist ein Beispiel für nachhaltiges Forsten und zeigt eindrucksvoll, welchen Beitrag unsere Wälder nicht nur für den Klimaschutz, sondern auch für die regionale Wertschöpfung leisten.
Neben vielen weiteren Terminen war ein weiterer Höhepunkt der Besuch bei Novelis GmbH in Gatersleben. Das Unternehmen ist ein wichtiger Arbeitgeber in der Region und Vorreiter bei modernen Produktionsprozessen im Bereich Aluminium. Im Gespräch mit der Geschäftsführung konnte ich mir ein Bild davon machen, wie Innovation und Nachhaltigkeit hier bereits heute Hand in Hand gehen.
Der direkte Draht zu den Menschen ist mir sehr wichtig. Deshalb biete ich meine mobilen Bürgersprechstunden in ganz Sachsen-Anhalt an, darunter in Magdeburg, Halle (Saale), Gardelegen, Wittenberg, Sangerhausen, Thale, Dessau-Roßlau und Querfurt. Ich habe mich sehr darüber gefreut, dass viele Geschäftsstellen, Landtagsabgeordnete und Parteimitglieder tatkräftig unterstützt haben. Viele Bürgerinnen und Bürgern nutzten die Gelegenheit, über aktuelle europapolitische Entwicklungen zu diskutieren und persönliche Anliegen anzubringen. Diese Rückmeldungen sind wertvoll: Nur durch persönliche Gespräche und Einblicke vor Ort lassen sich die Herausforderungen und Chancen unserer Region wirklich verstehen und politische Entscheidungen im Sinne aller gestalten.
Als Mitglied im Verkehrsausschuss des Europäischen Parlaments standen für mich in den vergangenen Monaten vor allem die Debatten um das Verbrenner-Aus im Mittelpunkt. Entscheidend ist, dass wir technologisch offen denken und handeln. Die Mobilität der Zukunft ist vielfältig: Neben einem gut ausgebauten und bezahlbaren öffentlichen Nahverkehr brauchen gerade ländliche Regionen weiterhin verlässliche Möglichkeiten der Mobilität. Solange die Ladeinfrastruktur nicht ausreichend entwickelt ist und die Energiepreise hoch bleiben, halte ich den Verbrennungsmotor für die pragmatischste Lösung. Es ist falsch, Verbote zu beschließen, bevor die Alternativen flächendeckend zur Verfügung stehen. Deshalb setze ich mich dafür ein, die notwendige Transformation ambitioniert voranzutreiben, aber auch Anreize zu setzen, die die Lebensrealität der Menschen vor Ort berücksichtigen.
Im Ausschuss für regionale Entwicklung beschäftigen wir uns derzeit intensiv mit dem Mehrjährigen Finanzrahmen der EU für 2028-2034. Dabei steht vor allem die Frage im Fokus, wie Europa auch in Zukunft weiter zusammenwachsen kann. Europa ist groß und vielfältig – und regionale Entwicklung kann entscheidend dazu beitragen, dass die Lebensverhältnisse nicht auseinanderdriften und bestehende Ungleichheiten überbrückt werden. Dafür ist es jedoch essentiell, dass die Regionen eigenständig über die Verwendung der Fördermittel entscheiden können. Dies berücksichtigt der aktuelle Vorschlag der Europäischen Kommission leider nicht ausreichend, weshalb wir im Europäischen Parlament mit der Kommission und den Mitgliedstaaten kontroverse Verhandlungen führen werden. Mein Versprechen ist, dass ich unser Bundesland mit allen Möglichkeiten vertreten werde.
Darüber hinaus setze ich mich im Ausschuss dafür ein, dass die Themen „Zukunft der europäischen Chemie-Industrie“ und „Entwicklung der einstigen Kohleregionen Europas“ auf die Tagesordnung aufgenommen werden. In mehreren Schreiben an die Europäische Kommission, darunter an Präsidentin Ursula von der Leyen, habe ich zudem auf die kritische Situation der Chemiebranche in Sachsen-Anhalt nachdrücklich hingewiesen.

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